Crash Bandicoot: N-Sane Trilogy (XBox One) – Test

Publisher: Activision
Release Date: 29.06.2018
Plattformen: XBox One

Mit der „Crash Bandicoot N. Sane Trilogy“ brachte Entwickler Vicarious Visions das Maskottchen Crash zurück auf Sonys Heimkonsole. Rund ein Jahr später erscheint das Spiel jetzt auch für Xbox One, Switch und PC. Wir haben uns das Xbox-One-Remake für euch angesehen und sagen euch ob hinter der Nostalgie auch ein gutes Spiel steckt.

Gleich zu Beginn müssen wir uns entscheiden, mit welchem der drei Spiele wir anfangen wollen. Zur Auswahl stehen: Das ursprüngliche „Crash Bandicoot“, die Fortsetzung „Crash Bandicoot 2: Cortex Strikes Back“ und der dritte Teil „Crash Bandicoot 3: Warped“. Alle drei Spiele wurden nahezu von Grund auf neu entwickelt und teilen sich mit ihren Vorbildern lediglich die Level-Geometrie. Da der ursprüngliche Code nicht auf moderne Plattformen übernommen werden konnte, mussten die Spiele Stück für Stück nachgebaut werden. Die Entwickler liessen es sich dabei auch nicht nehmen, die eine oder andere Änderung einzubauen. So steht jetzt mit Crashs Schwester Coco jederzeit eine weibliche Spielfigur zur Verfügung und die Sprungphysik des ersten Teils wurde den anderen Spielen angeglichen.

Selbst wer die „Crash Bandicoot“-Reihe zuvor nie gespielt hat, versteht schnell um was es geht. Der böse Dr. Cortex und seine Schergen haben irgendeinen finsteren Plan ausgeheckt und nur Crash (oder Coco) können ihn stoppen. Dazu hüpfen, rennen oder rutschen wir durch diverse Levels und stellen uns einigen Bossen auf dem Weg zur Konfrontation mit Dr. Cortex. Die Story, wenn auch zweckmässig, wird in schön überarbeiteten und neu vertonten Zwischensequenzen erzählt. Unsere Spielzeit verbringen wir aber meist damit, tödlichen Hindernissen auszuweichen. Dabei gibt es verschiedene Varianten des Gameplays. Wir sehen Crash entweder von hinten in einem schmalen Gang, von der Seite in klassischer 2D-Ansicht oder von vorne, wenn wir vor einer Gefahr davonlaufen müssen. Etwas haben diese Variationen gemeinsam: Sie tolerieren keine Fehler. Der hyperaktive Beuteldachs stirbt nämlich bei Kontakt mit so ziemlich allem, was euch die Spielwelt entgegenstellt: Endlose Abgründe, fleischfressende Pflanzen, Schildkröten oder Eingeborene. Die Extraleben werden schnell zu eurem besten Freund. Die oft erstaunlich langen Levels bieten jede Menge Kontrollpunkte, zu denen ihr aber nur zurückkehren dürft, solange ihr noch über Extraleben verfügt. Habt ihr keine Leben mehr kehrt ihr zur Weltkarte zurück.

Eine harte Nuss die motiviert!

Trotz dem unbarmherzigen Schwierigkeitsgrad und vielen Bildschirmtoden kommt so gut wie nie Langeweile auf. Jeder Level bringt seine ganz eigenen Mechaniken und Ideen mit auf den Bildschirm und gerade wenn man denkt, alles gesehen zu haben, wirft das Spiel ein neues Szenario in den Ring. So reiten wir plötzlich auf einem Wildschwein durch den Level und können nicht mehr anhalten, präzise Sprünge und perfektes Timing sind gefragt. Ähnlich hält es sich mit den Bossgegnern, die eine Mischung aus Reflextest und Rätsellösen darstellen. Der erste Boss Papu Papu etwa macht uns das Leben mit schnellen Drehattacken schwer. Pfiffige Spieler merken aber, dass er bereits nach seinem ersten Angriff verwundbar ist, wer schnell genug ist, lässt den Boss gar nie zur Attacke ansetzen. Alternativ bietet ein naher Thron Deckung vor fast allen Attacken. Der zweite Boss, ein Känguru in Zwangsjacke, ist hingegen mehr ein Rätsel. Das Känguru springt von Plattform zu Plattform, während wir versuchen das Muster der Sprünge vorherzusagen um die verzögerten Explosionskisten im richtigen Moment zu zünden.

Leider hat das Gameplay auch seine Schattenseiten. Manche Levels sind so bockschwer, dass nur die hartgesottensten Fans sich dort durchbeissen werden. Während die Schwierigkeit an sich kein Problem wäre, fühlt es sich oft so an, als wäre der Bildschirmtod nicht selbst verschuldet. Immer wieder Rutschen wir von Kanten ab, obwohl wir scheinbar genauso gelandet sind wie zuvor oder Gegner treffen uns mit seltsam grossen Hitboxen. So ganz fair fühlt sich die „Crash Bandicoot N. Sane Trilogy“ leider nie an. Vieles liegt leider auch an den überarbeiteten Texturen und Modellen, die teils kleiner sind, als die originalen Hitboxen. Auch die überarbeitete Physik des ersten Teils macht gewisse Level zur absoluten Qual, da diese für ein anderes Sprungverhalten designt wurden. Die Teile 2 und 3 spielen sich etwas besser, kämpfen aber trotzdem mit veralteten Gameplay-Elementen.

Neuer Anstrich

Wo „Crash Bandicoot N. Sane Trilogy“ wirklich überzeugt, ist in der überarbeiteten Grafik. Obwohl jede Textur und jedes Modell von Grund auf für dieses Spiel erstellt wurden, bleibt der farbenfrohe Stil des Originals erhalten. Selbst der neu aufgelegte Soundtrack versprüht 90er Charme und schafft es nahezu perfekt das damalige Spielgefühl zurückzubringen. Auch gelegentliche Ruckler können der gelungenen technischen Umsetzung kaum schaden. Remasters werden immer beliebter und viele Spieleklassiker kommen erneut unters Messer. Doch kaum eine Spielreihe erhielt bisher eine so liebevolle Überarbeitung, wie „Crash Bandicoot“.

Fazit

Als Paket ist „Crash Bandicoot N. Sane Trilogy“ unglaublich. Drei Spiele für die Hälfte eines neuen Titels. Doch Vorsicht ist geboten. Auch wenn das Spiel mit seiner verbesserten Optik und bunten Farben sehr einladend wirkt, das Gameplay ist aus einer Zeit, wo regelmässige Bildschirmtode zum Spielerlebnis gehörten. „Crash Bandicoot N. Sane Trilogy“ richtet sich daher nicht primär an neue Spieler, sondern an all jene, die damals das Original gespielt und geliebt haben. Wer mit der Marke oder dem Genre nichts anfangen kann, der wird hier nach wenigen Minuten enttäuscht den Controller aus der Hand legen.

„Crash Bandicoot N. Sane Trilogy“ ist eines dieser Spiele, das zweifelsohne sehr gelungen ist, bei mir aber auf der Festplatte verstauben wird. Mir persönlich fehlt die Nostalgie und was für andere ein Trip in die Vergangenheit darstellt, ist für mich leider hauptsächlich Frustration. Trotzdem schätze ich „Crash Bandicoot N. Sane Trilogy“ alleine deshalb, weil es einen interessanten Blick auf ein Stück Videospiel-Geschichte wirft.

GamersChoice Wertung
  • Handlung
  • Grafik
  • Sound
  • Gameplay
  • Motivation
3.8

Fazit

Als Paket ist „Crash Bandicoot N. Sane Trilogy“ unglaublich. Drei Spiele für die Hälfte eines neuen Titels.

Über Alexander Wittek 347 Artikel
2012 habe ich es mir zur Aufgabe gemacht meine vielseitigen Erfahrungen nicht nur für mich zu behalten sondern mit euch - den Gamern - zu teilen! Ich spiele seit ich denken kann! Kein Spiel ist vor mir sicher, am liebsten sind mir RPG und Shooter, wie z.B. Destiny, CoD, BF, Mass Effect, Dark Souls, aber auch FIFA und andere Multiplayer-Games halten mich stets bei Laune!

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