Website-Icon GamersChoice – von Gamern für Gamer

be quiet! Dark Rock 6 im Test – mächtige Kühlung trifft auf beeindruckende Ruhe

Mit dem Dark Rock 6 bringt be quiet! einen CPU-Kühler auf den Markt, der ziemlich genau das verkörpert, wofür der deutsche Hersteller seit vielen Jahren bekannt ist: eine Kombination aus hoher Kühlleistung, hochwertiger Verarbeitung und einem möglichst leisen Betriebsgeräusch. Während moderne All-in-One-Wasserkühlungen gerade bei leistungsstarken Prozessoren immer häufiger in Gaming-PCs und Workstations zu finden sind, beweist der klassische Tower-Kühler gleichzeitig, dass eine leistungsfähige Luftkühlung keineswegs zum alten Eisen gehört. Der Dark Rock 6 setzt dabei nicht auf möglichst viele Lüfter oder einen gigantischen Doppelturm, sondern verfolgt einen vergleichsweise klassischen Ansatz mit einem einzelnen Kühlturm, sechs Heatpipes und einem speziell abgestimmten 135-mm-Silent-Wings-Lüfter.

Wir haben uns deshalb genauer angesehen, wie sich der Dark Rock 6 im Alltag und unter hoher Prozessorlast schlägt, wie angenehm sich das System akustisch präsentiert und ob der Kühler seinem Anspruch als High-End-Luftkühler gerecht wird. Dabei spielt für uns nicht ausschließlich die maximale Temperatur eine Rolle, denn gerade bei einem Produkt von be quiet! ist die Geräuschentwicklung ein mindestens ebenso wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts. Ein Kühler, der einen Prozessor zwar auf niedrigen Temperaturen hält, dabei aber permanent deutlich hörbar arbeitet, würde schließlich nicht ganz zu dem Anspruch passen, den der Name Dark Rock 6 vermittelt.

Schon beim ersten Kontakt vermittelt der Kühler einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck. Das komplett schwarze Erscheinungsbild wirkt zurückhaltend und gleichzeitig sehr modern, wodurch sich der Dark Rock 6 problemlos in unterschiedlichste PC-Systeme integrieren lässt. Auf auffällige RGB-Beleuchtung oder aggressive Gaming-Optik wird vollständig verzichtet, stattdessen dominieren schwarze Metallflächen, die charakteristische Abdeckung auf der Oberseite und das insgesamt sehr aufgeräumte Erscheinungsbild. Gerade in einem Gaming-PC mit schwarzem Gehäuse und dezentem Innenraumdesign macht der Kühler dadurch eine ausgesprochen gute Figur.

Zahlen, Daten und Fakten

Technisch gehört der Dark Rock 6 eindeutig zur Oberklasse der klassischen Luftkühler. Der Kühler bringt insgesamt rund 1,01 Kilogramm auf die Waage und besitzt Abmessungen von 102,4 x 139 x 162 Millimetern. Gerade die Höhe von 162 Millimetern sollte vor dem Kauf berücksichtigt werden, denn der Kühler ist zwar kein ungewöhnlicher Koloss, gehört aber definitiv nicht zu den flachen CPU-Kühlern. Das Gehäuse muss entsprechend ausreichend Platz für einen Tower dieser Größe bieten.

be quiet! gibt eine maximale Kühlleistung von bis zu 220 Watt TDP an. In der Praxis sollte man solche Herstellerangaben allerdings nicht mit einer universell garantierten maximalen Prozessorleistung gleichsetzen, weil die tatsächliche Wärmeentwicklung einer CPU, deren Power-Limits, die verwendete Spannung, die Gehäusebelüftung und zahlreiche weitere Faktoren einen erheblichen Einfluss auf die erreichbaren Temperaturen haben. Trotzdem zeigt die Angabe sehr deutlich, in welcher Leistungsklasse der Dark Rock 6 positioniert ist.

Für den Wärmetransport setzt be quiet! auf insgesamt sechs Heatpipes mit jeweils sechs Millimetern Durchmesser. Diese führen die Abwärme von der vernickelten Kupferbodenplatte in den aus Aluminium bestehenden Kühlturm, wo sie anschließend über die zahlreichen Lamellen an die Umgebungsluft abgegeben wird. Die Kontaktfläche zur CPU ist CNC-bearbeitet, während der Kühlkörper zusätzlich mit einer speziellen schwarzen Beschichtung versehen wurde.

Beim Lüfter kommt ein speziell für diesen Kühler entwickeltes Silent-Wings-Modell mit 135 Millimetern Durchmesser zum Einsatz. Der Lüfter besitzt ein Fluid-Dynamic-Bearing, einen sechspoligen Motor und wird über einen klassischen 4-Pin-PWM-Anschluss angesteuert. Die maximale Leistungsaufnahme des Lüfters liegt bei 4,8 Watt, während be quiet! einen maximalen Luftdurchsatz von 79,48 CFM beziehungsweise rund 135,04 m³/h und einen statischen Druck von 2,48 mmH₂O angibt.

Auch bei der Geräuschentwicklung gibt es interessante Zahlen. Bei 50, 75 und 100 Prozent Lüfterleistung werden 11,9, 23,2 beziehungsweise maximal 31,1 dB(A) angegeben. Gerade der letztgenannte Wert ist für einen leistungsfähigen Luftkühler ausgesprochen interessant, weil er zeigt, dass selbst bei voller Lüfterleistung kein akustisches Monster erwartet werden muss.

Unterstützt werden aktuelle Intel-Sockel wie LGA 1851 und LGA 1700 ebenso wie ältere Plattformen, während AMD-Systeme mit AM4 und AM5 ebenfalls berücksichtigt werden. Damit deckt der Dark Rock 6 eine sehr große Bandbreite an aktuellen und noch verbreiteten Plattformen ab.

Verarbeitung und Design

Was uns am Dark Rock 6 besonders gut gefällt, ist die konsequent hochwertige Verarbeitung. Bereits der Kühlkörper vermittelt nicht den Eindruck eines möglichst billig produzierten Massenprodukts, sondern wirkt robust, massiv und sauber gefertigt. Die schwarzen Aluminiumlamellen sitzen sauber im Kühlturm und die Heatpipes sind ordentlich integriert.

Die schwarze Oberfläche ist dabei nicht nur ein optisches Detail. Sie verleiht dem Kühler einen sehr eigenständigen Charakter und sorgt dafür, dass sich der Dark Rock 6 optisch deutlich von vielen klassischen silbernen Aluminiumkühlern unterscheidet. Gleichzeitig bleibt das Design angenehm zurückhaltend, was uns persönlich besser gefällt als eine Kombination aus RGB-Beleuchtung und aggressiven Kunststoffelementen.

Besonders gelungen finden wir die obere Abdeckung. Sie verdeckt die Enden der Heatpipes und die darunterliegenden Befestigungselemente, wodurch der Kühler von oben wesentlich sauberer aussieht. Die magnetische Befestigung ist dabei praktisch, weil sich die Abdeckung ohne großen Aufwand abnehmen lässt, wenn man an die darunterliegenden Komponenten gelangen muss.

Der Kühler wirkt insgesamt sehr erwachsen. Während manche Gaming-Produkte geradezu schreien müssen, dass sie für Spieler entwickelt wurden, hält sich der Dark Rock 6 angenehm zurück. Genau dadurch passt er unserer Meinung nach nicht nur in einen Gaming-Rechner, sondern genauso gut in einen Arbeits-PC oder eine leistungsfähige Workstation.

Der 135-mm-Silent-Wings-Lüfter

Das Herzstück des Kühlkonzepts ist neben dem Kühlturm der mitgelieferte 135-mm-Silent-Wings-Lüfter. Die Entscheidung für einen Lüfter mit 135 Millimetern ist interessant, weil be quiet! damit einen Mittelweg zwischen den klassischen 120-mm- und den größeren 140-mm-Modellen beschreitet.

Der Lüfter ist auf einen hohen statischen Druck ausgelegt und soll dadurch die Luft zuverlässig durch das relativ dicht gepackte Lamellenfeld des Kühlkörpers drücken. Gleichzeitig wurde viel Wert auf einen möglichst ruhigen Lauf gelegt. Das Fluid-Dynamic-Bearing und der sechspolige Motor sorgen für einen sehr gleichmäßigen Betrieb, wobei sich insbesondere bei niedrigen Drehzahlen ein angenehm unauffälliges Betriebsgeräusch ergibt.

In unserem Praxiseindruck gehört der Lüfter eindeutig zu den stärkeren Komponenten des Dark Rock 6. Im normalen Desktop-Betrieb fällt er akustisch kaum auf, und selbst beim Spielen bleibt das Geräusch angenehm zurückhaltend, solange die CPU nicht dauerhaft unter maximaler Last steht. Unter synthetischer Volllast lässt sich natürlich auch dieser Lüfter hören, allerdings verändert sich das Klangbild nicht in Richtung eines unangenehmen hochfrequenten Kreischens.

Gerade dieser Punkt ist wichtig, denn Lautstärke besteht nicht ausschließlich aus dem gemessenen dB(A)-Wert. Auch die Charakteristik eines Lüfters entscheidet darüber, ob wir ihn als störend empfinden. Der Dark Rock 6 präsentiert sich hier erfreulich kultiviert.

Performance- und Quiet-Modus

Eine interessante Besonderheit des Dark Rock 6 ist der direkt am Kühler vorhandene Umschalter zwischen Performance- und Quiet-Modus. Damit kann das Verhalten des Lüfters verändert werden, ohne dass man zunächst im BIOS oder in einer Software eine neue Lüfterkurve konfigurieren muss.

Im Performance-Modus kann der Lüfter seine Drehzahl über einen größeren PWM-Bereich entsprechend der vom Mainboard vorgegebenen Lüfterkurve anpassen. Im Quiet-Modus arbeitet der Dark Rock 6 dagegen semi-passiv. Bei niedriger PWM-Ansteuerung bleibt der Lüfter vollständig stehen und startet erst bei höherem Bedarf.

Das klingt zunächst nach einem kleinen Detail, ist in der Praxis aber durchaus interessant. Gerade beim Surfen, Schreiben, Streamen oder bei leichten Office-Aufgaben kann ein Rechner dadurch vollständig oder nahezu vollständig ohne CPU-Lüftergeräusch betrieben werden. Sobald die Temperatur beziehungsweise die vom Mainboard angeforderte Lüfterleistung steigt, wird der Lüfter wieder aktiviert.

Wir sehen den Quiet-Modus daher weniger als reine Leistungsreduzierung, sondern vielmehr als Komfortfunktion für Nutzer, die einen möglichst leisen Rechner bevorzugen. Wer dagegen bereits eine individuell abgestimmte Lüfterkurve verwendet, dürfte mit dem Performance-Modus besser zurechtkommen, weil sich damit die Drehzahl feiner kontrollieren lässt.

Kühlleistung im Alltag

Im alltäglichen Betrieb zeigt sich sehr schnell, dass der Dark Rock 6 keineswegs nur wegen seines Designs in der Oberklasse angesiedelt ist. Bei typischen Desktop-Aufgaben wird der Kühler kaum gefordert, weshalb sich die Temperaturen entsprechend entspannt präsentieren. Selbst bei längeren Gaming-Sessions arbeitet der Kühler souverän und hat ausreichend thermische Reserven, um die CPU nicht unnötig hochdrehen zu lassen.

Interessanter wird die Situation bei längerer Volllast. Hier zeigt sich die Stärke des großen Kühlturms, denn die sechs Heatpipes transportieren die Wärme zuverlässig in die Lamellen, während der 135-mm-Lüfter für den notwendigen Luftstrom sorgt.

Dabei gefällt uns insbesondere, dass die Kühlleistung nicht ausschließlich über eine hohe Lüfterdrehzahl erkauft wird. Ein kleiner Kühler kann ebenfalls beeindruckende Temperaturen erreichen, wenn der Lüfter entsprechend schnell läuft, allerdings steigt dabei zwangsläufig die Geräuschentwicklung. Beim Dark Rock 6 funktioniert das Verhältnis zwischen Kühlfläche, Heatpipes und Lüfter wesentlich ausgewogener.

Natürlich darf man keine Wunder erwarten. Ein 220-Watt-Luftkühler kann die thermischen Grenzen moderner High-End-Prozessoren nicht außer Kraft setzen. Gerade bei CPUs, die über längere Zeit enorme Leistungsaufnahme erreichen, kann eine leistungsfähige Wasserkühlung mit größerem Radiator zusätzliche Reserven bereitstellen. Für einen klassischen Single-Tower-Luftkühler schlägt sich der Dark Rock 6 jedoch ausgesprochen überzeugend.

Verhalten beim Gaming

Für uns ist ein CPU-Kühler vor allem dann interessant, wenn er sich im normalen Gaming-Alltag angenehm verhält. Schließlich verbringt ein Gaming-PC einen großen Teil seiner Zeit nicht mit künstlichen CPU-Stresstests, sondern mit Spielen, Discord, Browser, Streaming und ähnlichen Anwendungen.

Genau hier spielt der Dark Rock 6 seine Stärken aus. Während der Prozessor beim Spielen abhängig vom jeweiligen Titel und der verwendeten Grafikkarte unterschiedlich stark belastet wird, bleibt der Kühler meist angenehm ruhig. Gerade in einem ordentlich belüfteten Gehäuse muss der Lüfter nicht permanent mit hoher Drehzahl arbeiten.

Das Resultat ist ein System, bei dem die Grafikkarte beziehungsweise die Gehäuselüfter häufig stärker auffallen als der CPU-Kühler selbst. Für einen Kühler, der einen leistungsfähigen Prozessor zuverlässig im Zaum halten soll, ist das ein sehr gutes Zeichen.

Wer einen möglichst leisen Gaming-PC bauen möchte, sollte allerdings nicht nur den Dark Rock 6 betrachten. Die gesamte Gehäusebelüftung, die Grafikkarte, das Netzteil und die verwendete Lüftersteuerung spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Der Dark Rock 6 bietet aber eine sehr gute Grundlage für ein leises Gesamtsystem.

Montage und Kompatibilität

Auch bei der Montage hat sich be quiet! Gedanken gemacht. Das Montagesystem wurde gegenüber älteren Generationen weiterentwickelt und soll die Installation möglichst unkompliziert gestalten. Besonders hilfreich ist der mitgelieferte Schraubendreher, denn bei einem großen Tower-Kühler ist ein passendes Werkzeug längst nicht selbstverständlich.

Der Kühler unterstützt eine große Zahl von Intel- und AMD-Sockeln und ist damit auch langfristig relativ flexibel einsetzbar. Gerade die Unterstützung von AM5 und Intels LGA 1851 macht ihn für aktuelle Systeme interessant.

Ein weiterer Pluspunkt ist das asymmetrische Design des Kühlkörpers. Dadurch wird die Kompatibilität mit Arbeitsspeicher und VRM-Kühlern verbessert. Gerade bei großen Tower-Kühlern kann der vordere Lüfter ansonsten schnell mit hohen RAM-Modulen kollidieren.

Beim Dark Rock 6 wurde dieser Bereich erfreulich gut gelöst. Trotzdem sollte man vor dem Kauf immer die konkreten Abmessungen des eigenen Gehäuses und Mainboards überprüfen. Mit 162 Millimetern Höhe handelt es sich schließlich um einen ausgewachsenen Tower-Kühler, der nicht in jedes kompakte Gehäuse passt.

Wärmeleitpaste und Lieferumfang

Beim Lieferumfang zeigt sich ebenfalls, dass be quiet! nicht versucht, an jeder Kleinigkeit zu sparen. Neben dem eigentlichen Kühler und dem Lüfter befindet sich das notwendige Montagematerial für die unterstützten Intel- und AMD-Plattformen im Karton. Auch Wärmeleitpaste gehört zum Lieferumfang.

Der mitgelieferte Schraubendreher ist dabei ein kleines, aber sehr praktisches Detail, das die Installation erleichtert. Gerade bei großen CPU-Kühlern ist es angenehm, wenn man nicht erst das eigene Werkzeug zusammensuchen muss.

Insgesamt ist der Lieferumfang zweckmäßig und passend zusammengestellt. Auf unnötige Extras wird verzichtet, stattdessen konzentriert sich be quiet! auf das, was für die Montage und den Betrieb tatsächlich benötigt wird.

Lautstärke – hier spielt der Dark Rock 6 seine größte Stärke aus

Wenn wir eine Eigenschaft nennen müssten, die den Dark Rock 6 besonders charakterisiert, wäre es die akustische Abstimmung. Schon bei niedriger Drehzahl arbeitet der Kühler ausgesprochen unauffällig. Im normalen Windows-Betrieb verschwindet der Lüfter bei einem gut abgestimmten System praktisch im Hintergrund.

Noch interessanter ist der semi-passive Quiet-Modus. Hier kann der Lüfter bei niedriger Last vollständig stillstehen, wodurch der Dark Rock 6 in entsprechenden Situationen tatsächlich keinerlei Lüftergeräusch verursacht.

Unter höherer Last wird der Lüfter natürlich hörbarer, schließlich muss die entstehende Wärme irgendwohin transportiert werden. Trotzdem bleibt das Geräusch angenehm kontrolliert. Die vom Hersteller angegebenen maximalen 31,1 dB(A) sind dabei eine gute Orientierung für die obere Grenze des Betriebsgeräuschs.

Für uns ist aber vor allem die subjektive Wahrnehmung entscheidend. Der Lüfter erzeugt ein vergleichsweise gleichmäßiges und wenig aggressives Geräuschbild. Das macht einen deutlichen Unterschied, wenn man mehrere Stunden am Rechner sitzt.

Optik und Gaming-PC

Optisch gehört der Dark Rock 6 für unseren Geschmack zu den gelungensten Luftkühlern seiner Klasse. Das vollständig schwarze Design harmoniert hervorragend mit modernen Gaming-Gehäusen, insbesondere dann, wenn man auf eine zurückhaltende Optik setzt.

Wer seinen Rechner mit RGB-Beleuchtung ausstattet, bekommt durch den schwarzen Kühler außerdem einen interessanten Kontrast. Gleichzeitig ist der Dark Rock 6 vollkommen unabhängig von einer bestimmten Beleuchtungssoftware, weil er selbst keine RGB-Beleuchtung benötigt.

Wir finden diese Entscheidung sympathisch, denn ein CPU-Kühler muss unserer Meinung nach nicht zwangsläufig selbst leuchten. Die magnetische obere Abdeckung sorgt für eine hochwertige und geschlossene Optik und lässt den Kühler deutlich teurer wirken, als es bei vielen herkömmlichen Tower-Kühlern der Fall ist.

Preis und Preis-Leistungs-Verhältnis

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 89,90 Euro positioniert sich der Dark Rock 6 klar im oberen Bereich der klassischen Luftkühler. Das ist ein wichtiger Punkt, denn auf dem Markt gibt es zahlreiche günstigere Modelle, die ebenfalls eine hohe Kühlleistung bieten.

Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, wofür man beim Dark Rock 6 eigentlich bezahlt. Unsere Antwort lautet: nicht ausschließlich für die reine Temperaturleistung.

Man bezahlt für die Kombination aus hochwertiger Verarbeitung, schwarzem Design, dem Silent-Wings-Lüfter, der semi-passiven Betriebsweise, der guten Sockelkompatibilität, dem durchdachten Montagesystem und der insgesamt sehr ausgewogenen Abstimmung.

Wer ausschließlich möglichst viele Grad Kühlleistung pro Euro sucht, findet günstigere Alternativen. Wer dagegen einen hochwertigen Luftkühler sucht, bei dem Design, Akustik und Verarbeitung eine ebenso große Rolle spielen wie die Kühlleistung, findet im Dark Rock 6 ein sehr interessantes Gesamtpaket.

Was uns besonders gut gefällt

Während des Tests hat sich der Dark Rock 6 vor allem durch seine Ausgewogenheit ausgezeichnet. Es gibt keinen einzelnen Bereich, in dem er alles andere auf dem Markt vollkommen in den Schatten stellt, stattdessen funktioniert das Gesamtkonzept sehr gut.

Die Kühlleistung reicht für leistungsfähige Gaming-Prozessoren aus, ohne dass der Lüfter ständig mit hoher Drehzahl laufen muss. Gleichzeitig überzeugt die Verarbeitung und das komplett schwarze Design. Besonders gut gefällt uns der Quiet-Modus, weil er den Kühler bei geringer Last tatsächlich lautlos arbeiten lassen kann.

Auch die Kompatibilität ist gelungen. Die Unterstützung moderner Intel- und AMD-Sockel sorgt dafür, dass der Kühler nicht bereits beim nächsten Plattformwechsel zum alten Eisen gehört.

Wo sehen wir Verbesserungspotenzial?

Ganz ohne Kritik kommt allerdings auch der Dark Rock 6 nicht davon. Die größte Einschränkung ist für uns der Preis. Knapp 90 Euro sind für einen Single-Tower-Luftkühler durchaus selbstbewusst angesetzt, und wer ausschließlich auf die Kühlleistung pro Euro schaut, findet am Markt einige interessante Alternativen.

Auch die Abmessungen sollte man nicht unterschätzen. Mit 162 Millimetern Höhe benötigt der Kühler ein entsprechend großes Gehäuse. Außerdem ist das Gewicht von rund einem Kilogramm nicht gerade gering, was bei der Montage und beim Transport eines vollständig aufgebauten Rechners berücksichtigt werden sollte.

Der Quiet-Modus ist grundsätzlich eine tolle Idee, dürfte aber nicht für jeden Nutzer einen echten Mehrwert darstellen. Wer ohnehin eine individuell optimierte Lüfterkurve verwendet, kann das Verhalten des Lüfters bereits sehr genau selbst steuern.

Unser Gesamteindruck

Nach unserem Test hinterlässt der be quiet! Dark Rock 6 einen ausgesprochen positiven Eindruck. Der Kühler versucht nicht, durch extreme Dimensionen oder eine möglichst große Anzahl an Lüftern zu beeindrucken, sondern setzt auf ein ausgewogenes Gesamtkonzept.

Die sechs Heatpipes, der große Aluminium-Kühlturm und der 135-mm-Silent-Wings-Lüfter bilden eine Kombination, die sowohl bei normalen Anwendungen als auch unter hoher Last überzeugen kann. Gleichzeitig bleibt das Betriebsgeräusch angenehm niedrig, wobei insbesondere der semi-passive Quiet-Modus im Alltag für eine beeindruckende Ruhe sorgt.

Was uns besonders gefällt, ist die Tatsache, dass der Dark Rock 6 nicht nur auf dem Datenblatt hochwertig wirkt. Die Verarbeitung, die Optik, das Montagesystem und das akustische Verhalten passen zusammen und vermitteln tatsächlich den Eindruck eines Premium-Produkts.

Für einen Gaming-PC mit leistungsfähiger CPU ist der Dark Rock 6 daher eine sehr interessante Alternative zu einer klassischen AiO-Wasserkühlung. Natürlich kann eine große Wasserkühlung bei bestimmten Prozessoren zusätzliche thermische Reserven bereitstellen, aber nicht jeder Nutzer möchte eine Pumpe, einen Radiator und zusätzliche Komponenten im Rechner haben. Der Dark Rock 6 bleibt vollständig bei der klassischen Luftkühlung und zeigt eindrucksvoll, dass dieses Konzept auch bei modernen High-End-Systemen noch seine Berechtigung hat.

Fazit

Der be quiet! Dark Rock 6 ist ein ausgesprochen hochwertiger CPU-Luftkühler, der seine Stärken vor allem durch die Kombination aus Kühlleistung, niedriger Geräuschentwicklung, hochwertiger Verarbeitung und ansprechendem Design ausspielt. Mit sechs 6-mm-Heatpipes, einem 135-mm-Silent-Wings-Lüfter, einer maximal angegebenen Kühlleistung von 220 Watt und einer Bauhöhe von 162 Millimetern gehört er zweifellos in die Oberklasse der klassischen Tower-Kühler.

Besonders überzeugt hat uns die akustische Abstimmung. Im normalen Betrieb arbeitet der Dark Rock 6 angenehm leise und kann im Quiet-Modus bei geringer Last sogar vollständig passiv arbeiten. Gleichzeitig steht unter höherer Belastung genügend Lüfterleistung zur Verfügung, um die Abwärme leistungsfähiger Prozessoren zuverlässig abzuführen.

Auch optisch hinterlässt der Kühler einen starken Eindruck. Die komplett schwarze Gestaltung wirkt edel und zurückhaltend, während die magnetische Abdeckung die Heatpipe-Enden elegant verschwinden lässt. Die Verarbeitung passt zum Premium-Anspruch und auch die Montage ist durch das durchdachte Befestigungssystem und den mitgelieferten Schraubendreher angenehm unkompliziert.

Kritik gibt es hauptsächlich beim Preis und bei den Abmessungen. Rund 90 Euro sind für einen Luftkühler nicht wenig, und wer ausschließlich nach maximaler Kühlleistung für möglichst wenig Geld sucht, findet günstigere Lösungen. Außerdem sollte man vor dem Kauf unbedingt kontrollieren, ob das eigene Gehäuse die Höhe von 162 Millimetern unterstützt.

Unterm Strich ist der Dark Rock 6 für uns deshalb ein sehr gelungener High-End-Luftkühler. Er verbindet eine starke Kühlleistung mit einer hervorragenden Geräuschcharakteristik und einer hochwertigen Optik, ohne dabei unnötig kompliziert zu werden. Wer einen leistungsfähigen, langlebigen und vor allem leisen CPU-Kühler für einen modernen Gaming- oder High-End-PC sucht, bekommt mit dem Dark Rock 6 ein sehr überzeugendes Gesamtpaket.

GamersChoice Wertung

Getestet: be quiet! Dark Rock 6

Das ist es: Ein ausgesprochen hochwertiger CPU-Luftkühler, der seine Stärken vor allem durch die Kombination aus Kühlleistung, niedriger Geräuschentwicklung, hochwertiger Verarbeitung und ansprechendem Design ausspielt.

  • Kühlleistung
  • Lautstärke
  • Verarbeitung
  • Ausstattung & Kompatibilität
  • Design
  • Preis-Leistung
4.8

Fazit

Der be quiet! Dark Rock 6 ist damit für uns ein hervorragender High-End-Luftkühler, der insbesondere dann seine Stärken ausspielt, wenn neben einer guten Kühlleistung auch ein möglichst leiser und hochwertiger PC gefragt ist. Er ist kein Schnäppchen, liefert dafür aber ein sehr rundes Gesamtpaket und beweist eindrucksvoll, dass ein klassischer Luftkühler auch in einem modernen High-End-Gaming-PC noch eine ausgezeichnete Figur machen kann.

Pros

  • Sehr gute Kühlleistung für einen Single-Tower-Luftkühler
  • Sechs leistungsfähige 6-mm-Heatpipes
  • Hochwertige und sehr solide Verarbeitung
  • Sehr leiser 135-mm-Silent-Wings-Lüfter
  • Semi-passiver Quiet-Modus
  • Im Alltag bei niedriger Last nahezu beziehungsweise vollständig lautlos möglich
  • Attraktives komplett schwarzes Design
  • Magnetische obere Abdeckung
  • Gute RAM- und VRM-Kompatibilität
  • Unterstützung moderner Intel- und AMD-Sockel
  • Wärmeleitpaste und Schraubendreher im Lieferumfang
  • Sehr angenehmes Geräuschbild auch bei höherer Belastung

Cons

  • Mit rund 90 Euro relativ hoher Preis für einen Luftkühler
  • Mit 162 Millimetern Bauhöhe nicht für jedes Gehäuse geeignet
  • Mit rund 1,01 Kilogramm vergleichsweise schwer
  • Kühlleistung erreicht bei extrem leistungsstarken CPUs irgendwann die Grenzen eines Single-Tower-Designs
  • Quiet-Modus ist für Nutzer mit individuell abgestimmten Lüfterkurven nicht zwingend notwendig
  • Keine RGB-Beleuchtung, was für manche Gaming-PCs ein Nachteil sein kann
Die mobile Version verlassen