Darksiders 3 – Test

Publisher: THQ Nordic
Release Date: 27.11.2018
Plattformen: PS4, XBox One, PC

Als Vigil Games damals Bankrott ging war ich nicht die einzige die mit den Darksiders Spielen abgeschlossen hatte. Es schien so als ob wir Fury und Hader nie zu Gesicht bekommen würden, was sich nun endlich geändert hat.

Darksiders 3 hat lange auf sich warten lassen aber hat es sich auch gelohnt? Zu meinem Bedauern fühlt sich Darksiders 3 an manchen Stellen wie ein Dark Souls Abklatsch an. Das Kampfsystem ist teilweise anstrengend und frustrierend, zudem gibt es einige Bugs. Die Kamera ist störrisch und manche Dinge haben mich an den Rand eines Wutanfalls gebracht. Aber beginnen wir am Anfang.

Sieben  gegen Eine

Als Fury bekommen wir vom Feurigen Rat den Auftrag die Sieben Todsünden, welche aus ihrem Gefängnis ausbrechen konnten und nun auf der Erde ihr Unwesen treiben, aufzuspüren und einzufangen. Gesagt getan, also steigen wir auf unser Pferd und reiten los. Würden wir gerne aber leider unmöglich, da das Pferd nicht reitbar ist. Das allein ist schon ein großer Minuspunkt. So heißt es nun laufen, laufen und nochmals laufen. Zeitlich spielt Darksiders 3 parallel bzw. etwas vor Darksiders 1 und parallel zu Darksiders 2.

Die jeweiligen Sünden sind in ihren Designs recht interessant geworden und die Orte an denen sie sich aufhalten sind teilweise an sie angepasst. So ist Trägheit ein riesig großer Käfer der in einem U -bahnschacht voll mit Eiern auf euch wartet. Wollust hat mir vom Design noch am besten gefallen. Komisch ist jedoch, dass einige Sünden als männlich bezeichnet werden obwohl sie weiblich dargestellt werden. Die Kämpfe gegen die Sünden sind nicht gerade abwechslungsreich. Nachdem man sie bis zur Hälfte heruntergehauen hat, kommt bei jedem eine Phase 2, wobei sie ihre Kampfstrategie nicht groß ändern. Ausnahme ist hier Abraxis, ein Dämon und optionaler Boss, welcher eine große Herausforderung darstellt. Dieser ändert in Phase 2 seine Kampfstrategie völlig. Hierbei, wie auch im ganzen Spiel, sollte man mehr auf Defensive als auf Offensive setzen, da Fury nicht sonderlich viel Schaden einstecken kann.

Die kleineren Dämonen und Gegner, die Fury auf ihrem Weg begegnen, sind zahlreich und ebenfalls interessant gestaltet. Sie sind allesamt sehr schnell und beweglich, benutzen die verschiedensten Waffen und machen ordentlich Schaden. Auch hier gilt lieber defensiv spielen.

Insgesamt gibt es zwei optionale Bosse im Spiel, Abraxis und der Fürst des Abgrunds. Von letzterem erhalten wir vier Fähigkeiten, welche auf dem Weg sehr hilfreich sind. Seit ihr an der Trophäe “ Ein Abschiedsgeschenk“ interessiert, so solltet ihr den Fürsten des Abgrunds nicht töten. Entscheidet ihr euch jedoch für den Tod des Fürsten, dann steht euch ein ähnlich schwerer Kampf wie bei Abraxis bevor. Die Charaktere im Allgemeinen sind nicht sonderlich tief gestaltet und wirken eher oberflächlich. So ist Fury meist nur hitzköpfig und am herumschreien oder am Todesdrohungen aussprechen. Selten ist sie etwas ruhiger und nachdenklich. Zwar ändert sich das im Verlauf des Spiels, jedoch ist diese Veränderung kaum bemerkbar. Ab und zu gibt es eine Unterhaltung mit ihrer Begleiterin. Diese sind aber auch eher oberflächlich gestaltet. Am interessantesten war noch Abraxis, ein charismatischer Dämon von dem ich gern mehr gesehen hätte.

Die Handlung des Spiels im Allgemeinen ist nicht schlecht, jedoch kann man den Twist schon zehn Meilen gegen den Wind riechen. Wenn er dann kommt, kommt er in den letzten 30 Minuten des Spiels. Das Spiel hält zwar ein oder zwei schöne Überraschungen bereit, indem es die Handlung von Darksiders 1 und 2 kurz aufgreift, welche sich dann jedoch als Illusion herausstellen. Eine Sequenz am Ende hat mir gefallen, wir sehen einen von Furys Geschwistern gegen die Dämonen antreten, was jedoch von dem seltsamen und abrupten Ende des Spiels überschattet wurde.

Relativ kleine Spielwelt

Die Welt von Darksiders 3 ist deutlich kleiner als in den Vorgängern. Es fühlt sich eher wie eine Karte mit Tunneln an Tunneln an.

Abgesehen von einigen Hinweisen nimmt euch das Spiel nicht bei der Hand. Ihr müsst alles selbst erkunden und habt als Unterstützung nur einen Kompass am oberen Bildschirmrand, welcher anzeigt in welcher Richtung sich die nächste Todsünde aufhält.

Eine Karte gibt es nicht, was gerade in Unterwassersets ziemlich hilfreich gewesen wäre. So kann es sein, dass man ziemlich oft an der gleichen Stelle vorbei schwimmt oder auch läuft.

Anders als in den Vorgängern bekommt man keine Seelen, wenn man Dinge kaputtmacht. So bringt es in diesem Sinne nichts eine Vase oder Ähnliches zu zerstören. Ich würde es euch jedoch trotzdem empfehlen, da es sein kann, dass man somit Verbrauchsgegenstände, Bestandteile oder Kristalle findet.

Verbrauchsgegenstände sind Heilfragmente, Zornfragmente etc. und sind für positive Zustandsveränderungen. Bestandteile sind unter anderem Engelsartefakte und Diamantspat-Fragmente, die ihr zum Aufrüsten eurer Waffen benötigt. Kristalle oder Lurcherhaufen sind kristallisierte Seelen, die im Menü zerbrochen werden können um deren Inhalt,Seelen, zu erhalten.

Seelen sind die wohlbekannte Währung für Vulgrim, der dämonische Händler, der uns seit Darksiders 1 mit Waren versorgt.

Wurde man in den Vorgängern automatisch langsam geheilt bzw. nahm man eine grüne Seele auf, ist das im dritten Teil nicht mehr möglich. Stattdessen hat man das Artefakt Erholung der Nephilim, ein Geschenk von Tod an Fury, welches die Lebensenergie von toten Gegnern absorbiert und sich somit selbst wieder auffüllt. Die maximale Anzahl hierfür sind fünf Stück. Zusätzlich kann man jedoch Heilfragmente finden oder bei Vulgrim kaufen.

Auch beim leveln unterscheidet sich Darksiders 3 von seinen Vorgängern. Leveln ist nur möglich, wenn man an Vulgrim Seelen verfüttert oder man glühende Überreste findet. Egal wie ihr es macht, man erhält pro Level einen Merkmalpunkt. Diesen kann man entweder in seine Gesundheit, Stärke oder Magie investieren. Das Ganze ist nervig und vor allen Dingen sehr teuer, denn Vulgrims Preise steigen stetig an. So kann er z.B. für ein Level 22000 Seelen verlangen. Klingt einfacher als es ist, denn stirbt man in dem Spiel verliert man alle Seelen, die man bisher angesammelt hat. Was mindestens genauso nervt, ist die Tatsache, dass man Schaden bekommt, wenn man  heruntergefallen ist und respawnt.

Fury selbst kann ihre Peitsche zusätzlich zu vier weiteren Waffen verformen, die man aber erst erlangt, wenn man die entsprechenden Fähigkeiten vom Herrn des Abgrunds erhalten hat. Zusätzlich erhält man im Laufe des Spiels eine Fernkampfwaffe. Jede Waffe kann natürlich verbessert werden und hat einen zusätzlichen Verbesserungsplatz, welcher ebenfalls noch verbessert werden kann.

Ausweichen wo es nur geht

Die Steuerung ist an für sich nicht sonderlich neu, jedoch heißt es bei Fury ausweichen und ausweichen wo man nur kann und das am besten nach hinten, da das Ausweichen zur Seite meist nichts bringt. Man bekommt massig Schaden, allein schon im einfachen Modus. So kann es sein, dass wenn man mehr als einem Gegner gegenüber steht, was ziemlich oft ist, man ziemlich schnell tot ist, oft reichen da schon drei Schläge.

Anders als in den beiden Vorgängern, kann man keine neuen Angriffe dazulernen. Stattdessen muss man sich mit dem zufrieden geben was das Spiel für Combos mit sich bringt. Die Angriffe beschränken sich auf Nah- und Fernkampf, welches auch für die Gegner gilt.

Die Grafik des Spiels ist wie bei den anderen Darksiders Teilen, jedoch ist sie hier voller Bugs und  überholungsbedürftig. So kann es sein, dass das Gesicht eines Charakters sich mehrmals verändert, Augenbrauen verschwinden, tauchen wo Anders wieder auf. Sehr nervig ist auch das Autospeichern. Das Spiel speichert automatisch, ihr könnt nicht mehr manuell speichern. Speichert das Spiel friert das Bild ein, was meiner Meinung nach dringend behoben werden sollte. Ab und zu ist es der Fall, dass das Spiel beim automatischen Speichern  nachlädt. So habe ich schon erlebt, wie ein Haus, dann ein Baum und schlussendlich ein Weg vor mir auftauchte, während es autospeicherte.  Dass man nicht manuell speichern kann ist an manchen Stellen sehr nervig. So kommt es, dass man dann am letzten Schlangenloch respawnt und dann noch einmal das Gebiet säubern muss oder noch einmal von vorne gegen einen Boss kämpfen muss.

Dass man sein Pferd nicht benutzen kann ist ebenfalls ein Minuspunkt. Mindestens genauso nervig fand ich, dass Fury zwar eine Rüstung trägt, diese jedoch keinerlei Rüstungswert besitzt. Das Teil sieht nur schön aus, hält aber überhaupt keinen Schaden ab. Ob die Abgrundrüstung in einem DLC erscheinen wird und ob diese dann einen Rüstungswert besitzt, werden wir abwarten müssen. Ein weiterer Bug ist, dass das Schlangenloch Ravinery nur im Englischen zu bereisen ist. Im Deutschen taucht es nicht als Schnellreisepunkt auf, d.h. Ihr müsst eure Konsole auf die englische Sprachausgabe umstellen.

Den Soundtrack zu Darksiders 3 fand ich eher langweilig als mitreisend oder spannend. Das beste Musikstück war noch ganz am Anfang, wenn das Logo des Spiels auf dem Bildschirm ist.

Fazit

Als ich von Darksiders 3 hörte habe ich mich gefreut und die Erwartung daran war hoch, evtl. zu hoch.

Ich wusste, dass das Budget für Darksiders 3 kleiner als bei den Vorgängern ist aber so ein verbugtes Spiel habe ich selten gesehen. Hier hätten die Entwickler definitiv dran arbeiten müssen. Auch das Balancing und Kämpfen ist meist anstrengend, da entweder die Kamera spinnt und man außer Gegnern nichts sieht oder die Kamera dreht sich mit Fury plötzlich in eine ganz andere Richtung und man schlägt ins Nichts.

Das Spiel hat zwar seine schönen Momente, welche aber von den Bugs und flachen Charakteren überschattet werden. Hätten sich die Entwickler noch mehr Zeit mit Darksiders 3 gelassen, dann wäre es sicherlich ein gutes, solides Spiel geworden. Ich kann nur hoffen, dass sie es in Darksiders 4 besser machen.

GamersChoice Wertung

Getestet: Darksiders III

Das ist es: Der lang erwartete Nachfolger der apokalyptischen Darksiders-Reihe!

  • Handlung
  • Grafik
  • Sound
  • Gameplay
  • Motivation
3.4

Fazit

Das Spiel hat zwar seine schönen Momente, welche aber von den Bugs und flachen Charakteren überschattet werden. Hätten sich die Entwickler noch mehr Zeit mit Darksiders 3 gelassen, dann wäre es sicherlich ein gutes, solides Spiel geworden.

Über Tabita Arndt 8 Artikel
Mit 16 Jahren habe ich die Welt der Videogames für mich entdeckt. Besonders große RPG´s wie Dragon Age, The Elder Scrolls, Assassins Creed, Final Fantasy oder The Witcher haben es mir angetan. Aber auch gegenüber Shootern wie Destiny oder Beat´em Up´s wie Injustice oder Dissidia bin ich nicht abgeneigt.

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