WD_Black SN850 – Test PC und PS5

Nachdem Sony nun endlich den M.2 Slot in der PlayStation 5 aktiviert hat wird es Zeit sich einige PCI Express 4.0 NVMe SSDs anzusehen. Den Beginn macht die WD_Black SN850 mit 1TB. Wir werden uns in diesem Test die Performance sowohl für PC als auch PS5 ansehen, wobei wir beim Test für die Konsole sowohl subjektiv als auch über Kopiergeschwindigkeit und Ladezeiten bewerten. Bei PC schauen wir uns einige Benchmarks an. Legen wir los!

Western Digital richtet die SN850 ganz klar an die Gamer und die erweiterten Nutzer. Dementsprechend fällt auch das Design der SSD aus. Die ältere SN750 ist ein hochklassiges Modell in der Liga mit PCI Express 3.0. PCI Express 4.0 unterstützen aktuell nur AMD-Systeme mit X570- oder B550-Unterbau und Intel „Rocket Lake“ CPUs. Und neuerdings auch Sonys PlayStation 5. Und hier soll sich die SN850 einen Namen machen. But first things, first!

Mit und ohne Heatsink

Wie die SN750 gibt es auch die SN850 in einer Version mit und ohne Kühlkörper. Zum einen verwenden manche Mainboards ohnehin eigene Passivkühlaufsätze, zum anderen sind sie technisch nach wie vor nicht in vielen Fällen nötig. Ja, sie senken zwar die Temperatur der SSD, die oft unterhalb der Grafikkarten-Heizung sind, aber die hohen Temperaturen beeinflussen die Praxisleistung nicht, was wir immer wieder in Stichproben feststellen.

Die SSD drosselt die Leistung ab einer gewissen Temperatur. Nun wird sie in der Praxis aber selten derart stark ausgelastet – die Drosselung ist oft nur in synthetischen Benchmarks darstellbar, weswegen wir uns die Darstellung sparen.

Welchen Sinn ergibt dann überhaupt einen Kühler? Zum einen erfüllen PC-Komponenten, so auch SSDs, nicht selten einen ästhetischen Zweck. Zum anderen wird so manch ein Nutzer generell bei erhöhten Temperaturen nervös, sodass ein SSD-Kühler durchaus den Blutdruck senken oder die Nerven beruhigen kann. Es ist auch nicht erwiesen, dass niedrigere Temperaturen die Haltbarkeit oder gar das Ausfallrisiko begünstigen, jedoch auch nicht das Gegenteil. Daher zählt oftmals auch die gefühlte Wahrheit. Ein SSD-Kühler ist daher Geschmacks- und Glaubensfrage.

Seid ihr jedoch Besitzer einer PS5, dann wird von Sony ausdrücklich empfohlen eine SSD mit Heatsink zu verwenden. In der Konsole herrscht ein anderer Airflow als in einem PC Gehäuse und in der Konsole könnte die Festplatte nach einiger Zeit die Geschwindigkeit drosseln. Das würde dann die Leistung in PS5 Spielen senken und hätte zum Teil schwere Konsequenzen fürs Gameplay.

Specs

Disclaimer: Für diesen Test haben wir die normale Version mit 500GB von Western Digital zur Verfügung gestellt bekommen. Um die Ergebnisse fair zu halten haben wir für die Benchmarks aber selbst ein 1TB Modell von Freunden ausgeliehen. Die Schreibegeschwindigkeit wäre sonst immer die Langsamste und nicht repräsentativ im Vergleich zu anderen 1TB Modellen! Für alle anderen Tests, inklusive PS5 Test haben wir natürlich die zur Verfügung gestellte 500GB SSD verwendet.

Western Digital bietet die SN850 aktuell in drei Versionen an, 500GB, 1TB und 2TB. Damit sollten die Bedürfnisse der meisten Nutzer abgedeckt sein.

Die SN850 verwendet einen hauseigenen Controller namens WD_Black G2 – auf dem Bauteil ist zudem die Bezeichnung „SanDisk 20-82-100C4-AO“ zu erkennen. Viel ist nicht darüber bekannt, lediglich, dass er den NAND-Flash mit acht Kanälen ansteuert.

Beim Flash handelt es sich um den aktuellen 96-lagigen TLC-NAND namens BiCS4, den WD zusammen mit Toshiba im Joint Venture fertigen lässt. Der gleiche TLC-NAND ist auf den älteren 4.0-SSDs mit Phison-E16-Controller zu finden, lediglich Samsung verwendet eigenen Flash, jedoch ebenso 96-lagig mit TLC, also drei Bit pro Zelle.

Dementsprechend fällt die Angegebene maximale Schreiblebensdauer mit 300TB bei der 500GB Version auch eher mittelmäßig aus. Die größeren Versionen verdoppeln jeweils die TBW Angabe, wie es meist üblich ist.

Natürlich bedeutet dies nicht, dass Eure 500GB SSD nach diesen 300TB genau kaputt geht. In der Regel können SSDs deutlich mehr ab als vom Hersteller angegeben. Gerade die großen Hersteller sind hier meist recht konservativ was die TBW Angabe angeht.

Wichtig ist dies nur für die Garantie, welche entweder nach 5 Jahren oder nach überschreiten dieser 300TB erlischt.

Die Performanceangabe seitens WD schwankt stark je nach Größe die Ihr gewählt habt.

LesenSchreiben
500GB7000MB/s4100MB/s
1TB7000MB/s5300MB/s
2TB7000MB/s5100MB/s

Lesend schaffen alle Versionen 7000MB/s, was sehr ordentlich ist!

Schreibend sind allerdings die Sprünge größer. Die kleinste Version schafft hier laut WD 4100MB/s, während die 1TB Version auf satte 5300MB/s kommt.

Spannenderweise ist die 1TB Version die schnellste Version, auch schneller als die 2TB Version.

Gaming Modus

Eine Besonderheit bei der WD_Black SN850 ist, wie schon bei der SN750, der Gaming Modus.

Western Digital bietet eine durchaus umfangreiche und schicke Software an, welche einen Mehrwert bei der Überwachung der SSD bietet.

Innerhalb dieser Software könnt Ihr auch den Gaming Modus einschalten. Der Gaming Modus verhindert, dass die SSD in einen Energiesparmodus geht.

Normalerweise haben NVME SSDs mehrere „Energiesparmodi“, welche automatisch gestartet werden wenn X Sekunden keine Last mehr anliegt. Das Aufwachen aus diesem Energiesparmodus kann aber ein paar ms Reaktionszeit kosten.

Der Gaming Modus verhindert nun, dass die WD_Black SN850 in solch einen Energiesparmodus geht. Die SSD bleibt also konstant in Bereitschaft.

Theoretisch beschleunigt dies die SSD etwas, praktisch muss ich allerdings gestehen keine wirklichen Unterschiede gemerkt zu haben. Allerdings „schadet“ dieser Modus auch nichts an einem Desktop PC, in einem Notebook würde ich diesen aber nicht einschalten!

Benchmarks und Leistung der WD_Black SN850

Laut Datenblatt ist die WD_Black SN850 einen Hauch schneller als die Samsung SSD 980 Pro. Nun werfen die Hersteller gerne mit Marketing-trächtigen „bis zu“-Angaben um sich. In der Praxis ist die Transferrate selbst von PCI-Express-4.0-SSDs nicht selten dreistellig. Der Atto Disk Benchmark bestätigt in etwa die Leistungsspitzen mit knapp über 7.000 MB/s lesend und 5.250 MB/s schreibend. Zumindest die Schreibrate ist ein ordentlicher Sprung nach vorn, denn bislang hat bei uns im Test noch kein Modell die 4.000 MB/s geknackt. Überrascht hat uns die Leistung beim Duplizieren (= Lesen und Schreiben gleichzeitig) des 140 GB großen Spieleordners (Assassin’s Creed: Odyssey): hier stellt die SN850 mit nur 69 Sekunden einen neuen Rekord auf und lässt alle anderen SSDs hinter sich. Auch im Ladezeiten-Test mit Final Fantasy XIV ist sie an der Spitze, wenn auch nur knapp. Allerdings sind hier die Differenzen zwischen den SSDs generell nicht groß.

SN850 in der PS5

Um diesen Test zu starten haben wir vorerst mal eine Heatsink benötigt. Hier hat be quiet! uns ihre MC1 Heatsink zur Verfügung gestellt. Dieser ist schnell montiert und wird auch bei weiteren Modellen die ohne Kühlkörper geliefert werden, seine Verwendung finden!

Was uns von Anfang an klar war, dass kopieren der Spiele auf die 500GB Version wird ein wenig länger dauern. Beim Spielen selbst finden aber zu 99,9% nur Lesevorgänge auf der SSD statt. Deshalb ist es mehr oder weniger egal für welche Größe ihr euch entscheidet, beim Zocken werdet ihr kaum Unterschiede merken!

Die WD_Black SN850 verrichtet hier ihren Job sehr zuverlässig und schnell. Subjektiv sind keine Unterschiede zur internen Sony SSD feststellbar. Da es für die PS5 keine wirklichen Testtools gibt blieb uns nur der Videovergleich. Vorweg, auf das schneiden eines solches Videos haben wir aber verzichtet. Warum? Weil die Ladezeiten-Differenzen im Millisekunden-Bereich liegen und es niemanden gibt dem das auffallen wird!

Die Temperatur der SSD lag im Idle bei circa 43 Grad Celsius und unter Last bei 55 bis 58 Grad Celsius und die Heatsink hat definitiv schlimmeres verhindert. Bei einem kurzem Test ohne Kühlkörper lagen Temperaturen über 60 Grad Celsius an und die Verzögerung bei Ladezeiten ging in den 1 bis 2 Sekunden-Bereich. Also denkt an eine HEATSINK!

Letzten Endes hat die SN850 ihren Betrieb tadellos überstanden und kann ohne Bedenken einen Platz in eurer PS5 finden. Empfehlen würde ich jedoch die 1TB Variante weil der Kopiervorgang hier doch um einiges zügiger war und auch die Lebensdauer mit 600TBW das Doppelte der 500GB Version hergibt!

Fazit

Samsung hat den SSD Markt mit seiner 980 Serie gut unter Kontrolle, oder sollte ich besser sagen – hatte. Denn die WD_Black SN850 ist die erste SSD die mir begegnet ist, die mit Samsung mithalten, nein, sie sogar besiegen kann.

Das heißt jedoch nicht, dass es nicht mittlerweile auch andere Hersteller gibt die hier mitthalten können. Seagate verspricht zum Beispiel mit seiner Firecuda 530 wahre Wunder, von denen wir uns selbstverständlich auch noch überzeugen werden.

Dennoch bietet die WD_Black SN850 eine sehr gute Allround-Leistung, egal ob nun lesend, schreibend, in theoretischen Benchmarks oder auch in der echten Welt. Und vor allem das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt!

Die SN850 zeigte in keinem Test eine echte Schwäche. Gerade Ladezeiten waren durchgehen überzeugend!

Kurzum die WD_Black SN850 ist voll empfehlenswert, wenn Ihr eine High End SSD sucht. Sowohl für euren PC als auch eure PlayStation 5!

GamersChoice Wertung

Getestet: WD Black SN850 SSD

Das ist es: Eine schnelle SSD speziell für Gamer!

  • Verarbeitung
  • Geschwindigkeit
  • Für Spiele geeignet
4.3

Fazit

Die SN850 zeigte in keinem Test eine echte Schwäche. Gerade Ladezeiten waren durchgehen überzeugend! Kurzum die WD_Black SN850 ist voll empfehlenswert, wenn Ihr eine High End SSD sucht.

Über Alexander Wittek 1994 Artikel
2012 habe ich es mir zur Aufgabe gemacht meine vielseitigen Erfahrungen nicht nur für mich zu behalten sondern mit euch - den Gamern - zu teilen! Ich spiele seit ich denken kann! Kein Spiel ist vor mir sicher, am liebsten sind mir RPG und Shooter, wie z.B. Destiny, CoD, BF, Mass Effect, Dark Souls, aber auch FIFA und andere Multiplayer-Games halten mich stets bei Laune!

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