Divinity Original Sin 2 – Definitive Edition – Test

Publisher: Bandai Namco
Release Date: 31.08.2018
Plattformen: PS4, XBox One

Ein wahres Meisterwerk

Divinity: Original Sin 2 – Definitve Edition ist ein RPG das von Larian Studios entwickelt und veröffentlicht wurde. Im September 2017 konnte Divinity: Original Sin 2 bereits auf dem PC begeistern. Die Larian Studios präsentierten ein erstklassiges Rollenspiel, das sowohl erzählerisch als auch spiel-mechanisch deutliche Fortschritte gegenüber dem Vorgänger zeigte. Seit dem 28.

August ist das Fantasy-Abenteuer in der Definitive Edition mit allen Ergänzungen, Verbesserungen sowie Arena-Modus, auch für Xbox One und PlayStation 4 erhältlich.

Ihr beginnt das Spiel mit einem selbst erstellten Avatar. Dieser kann Mensch, Elf, Zwerg, Echse sowie eine untote Variante dieser vier Rassen sein; natürlich jeweils in weiblicher oder männlicher Ausführung. Wie gewohnt wählt ihr aus einer eher überschaubaren Auswahl an vorgefertigten Gesichtern, Frisuren und Haarfarben aus. Außerdem könnt ihr zwischen 14 Klassentypen wählen, welche die Startwerte und Fähigkeiten eures Helden bestimmen. Eine Festlegung auf eine bestimmte Spielweise ist dies jedoch nicht. Im Spiel habt ihr dann völlige Freiheit bei der Entwicklung eures Charakters.

Neu sind die sogenannten Kennzeichen. Neben Geschlecht und Rasse könnt ihr hier zwei weitere Eigenschaften wie Adliger, Gelehrter und Soldat auswählen. Diese Kennzeichen bestimmen den Hintergrund eurer Figur und lassen euch in Dialogen dazu passenden Antworten geben. Neben dem komplett selbsterstellten Charakter, habt ihr diesmal allerdings auch die Wahl einen der sechs vorgefertigten Origin-Charaktere als euren Avatar zu nutzen. Jeder dieser Figuren verfügt über eine eigene Hintergrundgeschichte mit interessanten Questreihen und einzigartigen Begegnungen, deren Auswirkungen bis in das große Finale der Haupthandlung reichen können.

Bei der Zusammenstellung solltet ihr aber auch auf eine Vielfalt der Rassen achten. Das erhöht eure Möglichkeiten bestimmte Situationen zu lösen. Denn manche NPCs sprechen nicht mit jedem dahergelaufenen Abenteurer.

Sehr schön ist, dass ihr bei der Auswahl eurer Begleiter nicht auf die kampftechnischen Notwendigkeiten eurer Gruppe Rücksicht nehmen müsst. Sobald ihr einen Gefährten das erste Mal rekrutiert, könnt ihr bestimmen welche Klasse und Fähigkeiten er oder sie benutzen sollen.
Alternativ zu den vorgefertigten Charakteren könnt ihr übrigens auch Söldner anheuern, die jedoch über keine Geschichte oder Persönlichkeit verfügen.

Das Spiel beginnt damit, dass die Magister des Göttlichen Ordens unter dem Kommando von Bischof Alexander, der Sohn des verstorbenen Göttlichen Lucian, jagt auf sämtliche Quellenmagier machen. Seid Lucians tot wurde der Schleier, der Rivellon von der Leere trennt, geschwächt und nun werden Kreaturen, Leerenerwachte genannt, von den Quellenmagier angezogen. Um die Gefahr einzudämmen, jagt nun der Göttliche Orden die Quellenmagier um sie auf die Freudenfeste zu bringen um besagte Magier dort zu heilen.
So landet auch euer Charakter auf dem Schiff das uns zur Freudenfeste bringen soll, mit einem engen Ring um den Hals, der uns daran hindert Quellenmagie einzusetzen. Während der Reise zur Freudenfeste attackiert und versenkt ein gigantischer Kraken das Schiff, aber die Spielerfigur wird durch eine mysteriöse Stimme vor dem Ertrinken gerettet.
Wir erwachen wieder an dem Strand der Freudenfeste. Dort erleben wir das brutale Regime des Göttlichen Ordens gegenüber den Quellenmagiern.

Von nun an heißt es Verbündete finden und einen Weg aus der Feste suchen.

Riesige lebendige Spielwelt

Abgesehen von einem knappen Tutorial in den ersten Spielstunden nimmt euch das Spiel nicht bei der Hand. Kein Ausrufezeichen deutet auf neue Quests hin, keine Kartenmarkierungen, die euch die Geheimnisse der Welt auf dem Silbertablett präsentieren. Wer die zahlreichen kleinen und großen Nebenquests erleben will, muss hinausgehen und mit Leuten sprechen. Die großen Karten der einzelnen Abschnitte des Spiels strotzen nur so vor einer unglaublichen Detailfülle und Abwechslung. Es dauert Stunden sich nur die unterschiedlichen Gebiete anzuschauen und jedes Detail aufzusaugen. Auch die Tiere der Spielwelt solltet ihr nicht unbeachtet lassen.

Deshalb ist es höchstens zu empfehlen wenigstens einen eurer Charaktere mit dem Talent „Tierfreund“ auszustatten. Sonst entgehen euch wichtige Hinweise, diverse Nebenquests und einige der schönsten und witzigsten Begegnungen des Spiels. So treffen wir am Strand eine Krabbe, die uneingeschränkt von sich selbst überzeugt ist, das mächtigste Wesen aller Zeiten zu sein. Im späteren Spielverlauf erhaltet ihr dann außerdem die Möglichkeit mit Geistern zu sprechen, welche mögliche Hinweise haben oder gleich ganze Nebenquests mit sich bringen. Ihr müsst nur dran denken die Fähigkeit zu nutzen. Das Spiel wird euch nicht daran erinnern. Ebenso empfehle ich euch genug Punkte in “Überredung“ zu stecken, sonst entgehen euch Möglichkeiten und es kann sein das Partymitglieder euch zu einem späteren Zeitpunkt auf immer verlassen.

Zwar gibt es immer wieder heitere Momente aber die Lage, in der sich eure Helden und die Welt von Rivellon befinden, ist düster. Hier haben die Entwickler gut vom Vorgänger gelernt, der es mit dem Witz an vielen Stellen übertrieben hat. Um all den Gesprächen mit den unzähligen NPCs zu folgen, müsst ihr euch an das Lesen von sehr viel Text gewöhnen. Wer die englische Sprache beherrscht, kann sich alternativ an der hervorragenden Vollvertonung erfreuen. Die Leistung einer vollständigen Vertonung aller Dialoge mit erstklassigen Sprechern ist bei der schieren Textmenge dieses Spiels mehr als beeindruckend.

Herausforderung oder lieber doch nicht?

Das Gameplay ist rundenbasiert und je nach Schwierigkeitsgrad eine echte Herausforderung.Das Prinzip ist das Gleiche wie im Vorgänger, aber die Entwickler haben ordentlich an der taktischen Tiefe geschraubt. Es gibt nur noch bis zu sechs Aktionspunkte und Fähigkeiten kosten zwischen einem und drei dieser Punkte. Das Abwägen zwischen Bewegung, mehreren kleinen Fähigkeiten oder einer mächtigen Fähigkeit wird dadurch noch wichtiger. Neu ist außerdem die Rüstung gegen magischen und physischen Schaden, die es jetzt auf den meisten Gegenständen gibt.

Die Lebenspunkte sind nun so lange geschützt, bis die jeweilige Rüstung durchbrochen wurde. Auch lassen sich mit noch aktiver Rüstung keine negativen Statuseffekte anbringen. Es gilt daher immer zu überlegen, ob einem Gegner besser mit Magie oder direkten physischen Angriffen beizukommen ist. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist die Beherrschung der Elemente. Wind, Wasser, Feuer und einige mehr spielen wieder eine große Rolle. So macht Regen durchnässte Gegner anfälliger für Blitzangriffe, eine Öllache kombiniert mit einem Feuerpfeil ergibt einen Feuerteppich und eine Giftwolke kann man in eine Explosion verwandeln.

Neue Möglichkeiten ergeben sich zusätzlich durch die Einführung von Fluch und Segen. Jede Elementoberfläche kann jetzt zusätzlich verflucht oder gesegnet werden. Während ersteres die zerstörerische Wirkung verstärkt, bietet letzteres in der Regel positive Effekte für eure Gruppe. So verwandelt sich verfluchtes Feuer in Nekrofeuer, das wesentlich schwerer wieder zu entfernen ist. Aus einer gesegneten Pfütze wird heiliges Wasser, das in ihm stehende Charaktere heilt. Dadurch ergeben sich taktisch ganz neue Möglichkeiten. Allerdings machen auch die Gegner von all diesen Mitteln Gebrauch.

Wer diese Herausforderung nicht alleine angehen möchte, kann die Kampagne mit bis zu vier Spielern im Koop angehen. Wer seine taktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen möchte kann dies im Arena-Modus gegen andere Spieler tun.

Im Spiel gibt es sechs verschiedene Schwierigkeitsgrade. So könnt ihr im Storymodus einfach die Geschichte des Spiels genießen ohne auf sonderlich große Herausforderungen zu treffen. Der Taktikermodus ist im normalen Modus anspruchsvoller. Die Feinde sind aufmerksamer und schlecht für Überraschungen zu haben. Der Taktikermodus setzt aber noch einen drauf im sogenannten Ehrenmodus. Hier hat man nur ein Leben, verliert man einen Kampf wird der Spielstand gelöscht. Der Klassische Modus ist ein klassisches Rollenspiel Erlebnis. Man sollte gewappnet sein für die Herausforderungen. Desweiteren gibt es noch den Entdeckermodus. Hierbei wird ein faires aber einfaches Abenteuer bevorzugt, bei dem cleveres Denken in Kämpfen und bei Erkundungen belohnt werden.

Zu den größeren Kritikpunkten am Vorgänger gehörten das Interface und besonders die eher umständliche Inventarverwaltung und der Handelsbildschirm, denen es an Übersicht und Komfort mangelt. Hier haben die Entwickler sinnvolle Verbesserungen vorgenommen. So lassen sich Gegenstände jetzt einfach zwischen den Charakteren verschieben und beim Händler habt ihr freien Zugriffe auf die Taschen aller Begleiter und auch der Item-Vergleich funktioniert für die gesamte Gruppe. Wirklich optimal sind die Möglichkeiten, im immer voller werdenden Inventar die Übersicht zu behalten aber nach wie vor nicht.

Sehr nervig ist auch die automatische Befüllung der Schnellleiste. Sobald ihr neue Fähigkeiten lernt oder Tränke, Schriftrollen sowie Pfeile aufsammelt, werden diese umgehend in den nächsten freien Platz eurer Schnellleiste verfrachtet; egal ob dieser Charakter die Gegenstände braucht oder ihr es für sinnvoll erachtet. Dieses Verhalten lässt sich leider auch nicht optional abschalten. Wer Wert auf einen aufgeräumten Schnellzugriff legt, ist daher ständig damit beschäftigt wieder Ordnung zu schaffen.

Deutlich verbessert wurde das Questlog im Vergleich zum Vorgänger. Die Einträge sind ausführlicher und halten alle Hinweise fest, die ihr zur Lösung einer Quest bereits gesammelt habt. Bei einigen Quests jedoch leidet das Tagebuch aber weiterhin an der alten Krankheit, dass die Einträge manchmal zu schwammig sind, um so wichtig zu wissen, was man eigentlich als nächstes tun soll. Auch liest sich das Tagebuch gelegentlich etwas eigenartig, wenn man bestimmte Einträge in der falschen Reihenfolge findet z.B. weil man erst einen Gegenstand gefunden hat und später mit einem NPC redet, der einen Hinweis auf besagten Gegenstand liefert. Was ich ebenfalls zu bemängeln hatte ist die Verteilung der Talente und Fähigkeiten. Hat man einmal einen Punkt vergeben ist es nicht rückgängig zu machen, blöd wenn man sich vertippt.

Fazit

Divinity: Original Sin 2 Definitive Edition ist ein Titel den ich absolut empfehlen kann. Welchen unglaublichen Aufwand die Entwickler betrieben haben, um dieses Ziel zu erreichen wird schon bei der Spielwelt deutlich. Die großen Karten der einzelnen Abschnitte des Spiels strotzen nur so vor einer unglaublichen Detailfülle und Abwechslung. Das Spiel manövriert euch nie in eine Sackgasse aus der ihr nicht mehr heraus kommt. Es gibt immer eine alternative Lösung. Ihr müsst sie nur finden.

Dabei hilft auch, dass nahezu alles was ihr in der Spielwelt vorfindet, manipuliert, verschoben oder aufgesammelt werden kann. Die Charaktere und die Welt von Rivellon allgemein sind definitiv mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Das Game ist auf jeden Fall dazu in der Lage Spieler über einen sehr langen Zeitraum hin zu fesseln. Bis zu 100 Stunden Spielzeit solltet ihr einplanen, wobei es nach oben natürlich keine Grenze gibt.

GamersChoice Wertung
  • Handlung
  • Grafik
  • Sound
  • Gameplay
  • Motivation
4.4

Fazit

Das Game ist auf jeden Fall dazu in der Lage Spieler über einen sehr langen Zeitraum hin zu fesseln. Bis zu 100 Stunden Spielzeit solltet ihr einplanen, wobei es nach oben natürlich keine Grenze gibt.

Über Tabita Arndt 5 Artikel
Mit 16 Jahren habe ich die Welt der Videogames für mich entdeckt. Besonders große RPG´s wie Dragon Age, The Elder Scrolls, Assassins Creed, Final Fantasy oder The Witcher haben es mir angetan. Aber auch gegenüber Shootern wie Destiny oder Beat´em Up´s wie Injustice oder Dissidia bin ich nicht abgeneigt.

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